Franco Rognoni

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Biographie

Franco Rognoni wurde im Mailand am 20 September 1913 geboren. Die Eltern (der Vater Giuseppe Handelvertreter und die Mutter Giuseppa Caratelli) stammen aus kleinbürgerem Milieu. Seit der Kindheit, hat Rognoni Talent und Begabung für Zeichenkunst und Malerei gezeigt aber er mußte plötzlich auf dieses Privileg verzichten denn die Familie fand sich in finanzieller Verlegenheit. Der junge Rognoni erwerbt ein Diplom bei einer Fachschule für Textilindustrie und arbeitet für wenig Geld in einer Weberei.
Diese Erfahrung dauert zum Glück nicht lange. Er beginnt den Abendkurs in Mailand (Castello Sforzesco) bei der Kunstakademie zu besuchen, wo der Maler Gianfilippo Usellini angewandte kunst lehrt. In jenen Jahren meldete sich eine junge Generation zu Wort: Künstler wie Modigliani, Sironi, Licini und die ausländischen Picasso, Chagall, Rouault, Beckmann, Grosz, Klee, Kokoschka.
Rognoni ist voller Begeisterung für diese neue Kunst aber die Wende tritt in seiner fast ganz autodidaktischen Grundausbildung ein, als er die sehr reiche Bibliotek des Kunstkritikers Raffaello Giolli besucht und die neue Malergeneration studiert. Es ist aber der Kunstkritiker Giolli (überzeugter Antifaschist im Vernichtungslager von Mauthausen [1945] gestorben) der in ihm einen talentierten Künstler erkennt. Auch der Intellektuelle Franco Ciliberti teilt dieselbe Meinung.

Rognonis Beteilung an den Bewegungen, Rotonda und Corrente bezeichtnet, ist für kurze Zeit; er wird vom kunsthändler Bruno Rossetti, dem Eigentümer der kunsthalle „dell’Annunciata’’ in Mailand unterstützt; in dieser Kunstgalerie wird der Maler Rognoni ab 1945/50 dreißig Jahre lang seine Austellungen haben. Un dieser Zeit finden wir in seinem Freundkreis den Philosoph Dino Formaggio; Intellektuellen wie Adalgisa Denti und seinen Homonym Luigi Rognoni, beide Verleger der Kleinen aber avangardistischen Verlagshäuser ( M.A. Denti und Minuziano) und Dichter wie Salvatore Quasimodo und Alfonso Gatto. Zusammen mit dem liebsten Freund Riccardo Malipiero zeigt Rognoni grosses Interesse auch für die Dodekaphonie. Der Architekt Giò Ponti fordert ihn auf ihm zu folgen bei VII Triennale in Mailand, um Skizzen zu verwirklichen. Bemerkenswert ist die Begegnung mit dem Unternehmer Giovanni Botta, der begeistert an Zeichenkunst, Gravierung und ex libris, bestellt ihm eine überwältigende Arbeit, um einege von den wichtigstigen europeischen Literaturwerken zu illustrieren (I Promessi Sposi, la Divina Commedia, le Poesie di Carlo Botta, Don Chisciotte, I Miserabili). Das Außergewöhnlich steht darin, daß die Texte von Botta handgeschrieben und von Rognoni Seite nach Seite auf Bogen Zeichenpapier illustriert wurden und dann mit Eleganz in Prachtbände eingebunden. Die illustrierten Bände sind mehr als zwanzig und die Zeichnungen, fast alle mit Wasserfarben gemalt, eine ganze Menge.

Rognoni ist auf der Suche seiner persönlichen kunst. Von den avangardistischen Künstlern ( Licini, Melotti, Veronesi, Soldati) die er in den dreißiger Jahren Kennengelernt hat, wendet sich ab; jetzt sucht er mit neuer Energie seinen einzigen Weg. Das Suchen nach neuen Möglichkeiten der Darstellung ist auch ein wesentliches Kennenzeichen der Zeit. Wechselweise folgt Rognoni die neuen Gestaltungsmöglichkeiten; aus Frankreich ( Matisse und Dufy); aus Deutschland ( Beckmann, Grosz und Dix) und zeigt Interesse auch für Chagall und Kokoschka. Am Ende des Krieges ist Rognoni im Streit mit sich selbst. Auf einer Seite wünscht er mit seiner Kunst den politischen und sozialen Bewegungen teilzunehmen, auf den andern zweifelt er an die Bedeutung der Kunst besonders an der Malerei mit dem Gebrauch der Staffelei und schätzt immer mehr die Wandmalerei ( sieht das Manifest der Wandmalerei von 1933 Campigli, Carrà, Funi, Sironi). Die dramatischen Bilder der Atombombe haben ihn schockiert, seine persönlichen Fragen mit unsicheren Antwort münden in eine existenzielle Krise, die er langsam überwindet. Zwischen den Jahren 1939-1945 widmet sich Rognoni an der Abbildung des Verlags, ist Mitarbeiter mit Sironi an der Illustrierte Il Popolo di Italia. Im Jahre 1946 ist die Ehe mit Mariuccia Noè; (1947) beginnt er die Mitwirkung an der Zeitung L’Avanti der Tradition gemäß von Scalarini und Galantara. Am 30 April 1950 widmet die Zeitung seinen wichtigsten Künstlern eine Seite und über Rognoni wird geschrieben, daß seine autodidaktische Kunst streng und arbeitsam ist und daß er mit Ironie gegen jede Art von Konformismus immer gekämpft hat. Rognoni gehört jener ganzen Reihe Mehrfachbegabung die der Expressionismus hervorbrachte. Er arbeitet als Bühnemaler bei der Piccola Scala von Mailand (La donna è mobile von Riccardo Malipiero); bei La Fenice von Venedig (Il Circo Max von Gino Negri); bei Teatro Regio in Turin (El Retablo di De Falla); bei Teatro Politeama Margherita von Genua ( Battono alla porta von Riccardo Malipiero Textbuch von Dino Buzzati); als Experimentator für das Fernsehen und als Kostümbildner für Stravinskys Opera Mavra. Obwohl die reichen verschiedenen Erfahrungen, ist nicht leicht für ihn den inneren Dualismus ( die Ästetik) und (die Etik) zu vereinbaren. Er fühlt sich verdammt einsam, gerade wenn er von vielen Menschen umringtist. Rognoni wurde von vielen Intellektuellen der Zeit geschätzt und verehrt. Beispiel dafür ist die Freundschaft mit dem Dichter und Zeitgenosse Vittorio Sereni, dem Philologe Dante Isella, dem Musiker Riccardo Malipiero. Bemerkenswert ist die Begegnung mit Leonardo Sciascia, dessen Geschichte der armen Rosetta mit sechs Radierungen Rognoni illustriert hat. Von Anfang an gab es vielfältige Beziehungen zwischen den Malern und Graphikern. Rognonis künstlerische Biographie verratet manches über die herrschenden Probleme und Ideologie der Zeit. Mit seiner Kunst reagiert er seiner seelischen Belastung und seine Malerei wird ein Mittel um bestimmte Probleme, Künstlerische wie menschliche malerisch zur Aussage zu bringen. Jene Malerei, die in den sechziger Jahren als ein quälend Gedank war, spielt jetzt mit Licht und Schatten, zeigt ein phantastisches Sehvermögen, erreicht mit Ironie un esprit de finesse, die seine Eigenart wird. Die Entwicklungen in der bildenden Kunst sind Sprung zum Fühlen eines Inhaltes, zum Abstrahieren, zum geben eines Extraktes. Die Kunsthalle Annunciata, die lange Treffpunkt für Literate und Künstler der Zeit gewesen ist, bleibt für den Maler Rognoni ein sehr wichtiges Ort.
Nach mehr als sechziger Jahren artistischen Lebens, stirbt Rognoni in Mailand am 11 März 1999 und wird in Luino in dem Familiengrab begraben.Um die Vertiefung des Werkes von Rognoni verweist man auf die Dokumentationarbeit am unteren Rand des Verlagskataloges Franco Rognoni – Interni/ Esterni herausgegeben von Luigi Cavallo, Silvana Editoriale, 2003